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Eschborn macht Frankfurt Konkurrenz

4. März 2010

Eschborn ist eine kleine Stadt in Hessen. Sie hat etwa 20.000 Einwohner. Besonders erwähnenswert wird diese Stadt unter anderem aufgrund der Tatsache, dass sie unmittelbar an Frankfurt / Main grenzt. Andere Städte tun dies auch. Was also ist so besonders an Eschborn?

Es ist die Kunst, Unternehmen an den neuen Gewerbestandort Eschborn zu locken. Dabei kann Eschborn einige Pfund in die Waagschale werfen. Da ist zum einen die Nähe zum Frankfurter Zentrum. Nur sieben Kilometer sind es, leicht mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Zum anderen ist da der internationale Flughafen Frankfurt. Auch dieser ist nur 15 Minuten von Eschborn entfernt.

All das sind schon gute Gründe, ein Gewerbe in Eschborn anzusiedeln und nicht in Frankfurt. Dabei kann auch noch die überhöhte Miete umgangen werden. Doch das beste Argument gerade für große Unternehmen kommt noch: der Gewerbesteuerhebesatz.

Der Gewerbesteuerhebesatz ist ein Recheninstrument, mit dem die zu zahlende Gewerbesteuer eines Unternehmens berechnet wird. Er liegt in Eschborn bei 280 % und in Frankfurt bei 460 %. Was bedeutet das nun konkret für ein Unternehmen?
Die Gewerbesteuer wird errechnet, indem der Ertrag mit der Steuermesszahl von 3,5 % und dem Hebesatz multipliziert wird. Ein konkretes Beispiel zeigt den Unterschied. Ein Unternehmen mit einem Ertrag von 50.000 € zahlt in Eschborn 4.900 € (50.000 x 0,035 x 2,8) und in Frankfurt 8.050 € (50.000 x 0,035 x 4,6). Je höher der Ertrag, umso deutlicher wird die Differenz.

Demzufolge lohnt es sich gerade für große Unternehmen, nach Eschborn umzusiedeln und Steuern zu sparen. Das tat unlängst die Deutsche Börse. Sie zahlten bislang in Frankfurt etwa 50 Millionen Euro Gewerbesteuer. In Eschborn werden es nur noch 30 Millionen Euro sein.

Dieses Verhalten ist sicherlich zuträglich für die Aktionäre der Deutschen Börse und die Stadt Eschborn. Allerdings wird es von vielen als parasitär bezeichnet, da die Vorteile Frankfurts eiskalt mit ins Kalkül genommen werden. Möglicherweise hat dieses Spiel auch bald ein Ende. Dereinst legte der Gesetzgeber fest, dass der Gewerbesteuerhebesatz nicht unter 200 Prozentpunkten liegen darf. Vielleicht ist auch die Zusammenlegung des Rhein-Main-Gebiets zu einer steuerlichen Einheit nur einen Steinwurf entfernt…

  1. 4. März 2010, 14:28 | #1

    Eschborn ist eine lohnenswerte Stadt, gerade da sie sehr Zentral gelegen ist aber aber nicht so riesig ist wie Frankfurt selber.

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