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Der Römer in Frankfurt am Main

Der Römer in Frankfurt am Main ist nicht nur seit bereits 600 Jahren das Rathaus der Stadt. Er ist auch das Wahrzeichen der Stadt, bedingt durch die zentrale Lage und den sehenswerten Treppengiebel der Häuser. Der Balkon des mittleren Gebäudes ist auch repräsentative Bühne für Staatsbesuche und Ehrengäste. So wurden hier bereits die Fußballnationalmannschaften empfangen.

Der Römer ist aber nicht nur der Platz vor dem Rathaus. Es handelt sich vielmehr um den kompletten Rathauskomplex, der als Römer bezeichnet wird. Dieser Komplex findet sich auf dem Römerberg, im Herzen von Frankfurt gelegen.

Um 1400 wollten die Frankfurter dank kaiserlicher Erlaubnis ein neues Rathaus bauen. Auf dem Römerberg sollte es stehen, wo schon das Haus zum Römer und der Goldene Schwan standen. Kurzerhand wurden den damaligen Besitzern die Häuser abgekauft und die Stadt hatte sich die enormen Kosten, die ein Neubau verschlungen hätte, gespart. Weitere Gebäudeteile wurden in den folgenden Jahren hinzugekauft. Heute besteht der Römer aus neun Bauten, die insgesamt sechs Innenhöfe umschließen. Es handelt sich allesamt um Bauten im gotischen Stil. Dies kann auch von Laien an den hohen Wänden mit großen Fenstern und den Kreuzrippengewölben erkannt werden.

Schon seit dem Mittelalter bis 1806 fanden die meisten Königs- und Kaiserwahlen sowie die entsprechenden Krönungen dort statt. Die historischen Meilensteine sind an der Fassade des Römers aufgeführt. Dort sind zum Beispiel vier Kaiser aufgeführt: Friedrich Barbarossa als erster in Frankfurt gewählte König und Ludwig der Bayer, dem die Stadt die Messerechte verdankt. Hinzu kommen Karl IV., der Frankfurt als Kaiserwahlort in der Goldenen Bulle besiegelte und Maximilian II., der erste in Frankfurt gekrönte Kaiser.

Im Zweiten Weltkrieg war Frankfurt Ziel von vielen Luftangriffen. 1944 wurde dabei die komplette Altstadt vernichtet, ein enormer Feuersturm zog über Frankfurt hinweg. In dieser Feuersbrunst wurden all die Gebäude des Römers zerstört, die noch aus Fachwerk gebaut waren. Dies waren die Häuser Frauenstein, Salzhaus, Wanebach und Silberberg. Die Steinbauten Alt-Limpurg, Löwenstein, Römer und Goldener Schwan brannten im Innenbereich komplett aus. Bedingt durch diesen innerlichen Totalschaden brach das Dach des Römers ein. Auch Kaisertreppe, Kaisersaal und Kurfürstenzimmer brannten komplett aus. Mit dem Kriegsende begannen die Frankfurter mit dem Wiederaufbau ihres Wahrzeichens. Dieser war von beispielloser Schnelligkeit geprägt, denn bereits 1955 konnte das Rathaus durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss wiedereröffnet werden.

Heute ist der Römer immer noch Amtssitz der städtischen Mitarbeiter. Er enthält natürlich auch ein Standesamt und ein Touristeninformationszentrum. Zu finden ist der Römer dank seiner Größe durch mehrere Straßennamen: die Limpurgergasse, die Buchgasse und die Berliner Straße. Hinzu kommt noch die Bethmannstraße, die den Gebäudekomplex teilt.

Hier ist ein schönes Foto vom Römer bei Nacht zu sehen.

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